The Turin Horse
Ungarn 2011, 146', DCP, Ungarisch/d/f. Regie Béla Tarr. Drehbuch Laszlo Krasznahorkai, Béla Tarr. Mit Janos Derzsi, Erika Bok, Mihaly Kormos, Ricsi.
«Ein alter Kutscher und seine Tochter gehen mechanisch und nahezu wortlos ihrem ereignisarmen Tagewerk nach, während um ihr Haus ein lärmender Wind tobt. Nach sechs langen Tagen versiegt das Leben spendende Brunnenwasser, erlöschen das Feuer im Herd und das Licht der Lampe: Die Welt kommt an ihr Ende. Eine intensive, bildgewaltige Umkehrung der Schöpfungsgeschichte.» (Lexikon des Internationalen Films)
«Sechs Tage benötigt Gott im Alten Testament, um die Welt zu erschaffen. Genauso viel Zeit vergeht in Béla Tarrs Werk. Doch am Ende steht nicht das Paradies, sondern die Dunkelheit. Béla Tarr lässt in seinem erklärtermassen letzten Film die Welt untergehen. Ganz unspektakulär in Schwarzweissbildern und aus der Sicht einer Bauernfamilie. Eine existenzialistische Parabel in der Puszta Ungarns – verstörend und faszinierend zugleich.» (Simon Broll, «Der Spiegel»)
«Im Jahr 1889 trat der Philosoph Friedrich Nietzsche in Turin auf die Strasse und fiel einer von ihrem Besitzer geprügelten Schindmähre tränenüberströmt um den Hals. So geht die Legende, und so wird sie von einer Erzählerstimme aus dem Off zu Beginn des Films auch erzählt. Nietzsche war von dem Tag an geistig umnachtet und wurde die zehn verbleibenden Jahre seines Lebens von der Mutter und den Schwestern gepflegt. Die Spur des Pferds und seines Besitzers verliert sich abseits der historischen Überlieferung. The Turin Horse aber erstattet in atemberaubenden Schwarzweissbildern von Fred Keleman Bericht vom Pferd und seinem Besitzer.» (Ekkehard Knörer, taz)
Vorstellung im Lichtspiel: Mittwoch, 5.6., 20:00.