Stellet licht
Frankreich/Mexiko 2007, 135', 35mm, OV/d/f. Regie Carlos Reygadas. Drehbuch Carlos Reygadas. Mit Cornelio Wall Fehr, Miriam Toews, Maria Pankratz, Jacobo Klassen.
Stellet Licht erzählt die tragisch-poetische Liebesgeschichte eines Mennoniten im Norden Mexikos. Der mit Esther verheiratete Johan ist Bauer, hat sechs Kinder und lebt in einer ethno-religiösen Siedlungskolonie, in der Plautdietsch gesprochen wird. Damit, dass er mit Marianne ein Verhältnis hat und zwei Frauen gleichzeitig liebt, begeht er eine unverzeihliche Sünde und stellt sich gegen seine Gemeinde und Gott.
«Eine grosse Paradoxie ist dieser Film, ein Akkord aus Widersprüchen, ein unmögliches Amalgam. Die Landschaft Mexikos und eine Kolonie von Wiedertäufern, Maisfelder und Männer mit blondem Haar und heller Haut, Latino-Musik und ein friesischer Dialekt aus dem Mittelalter – das alles passt nicht zusammen, und doch hat Carlos Reygadas es in der Wirklichkeit entdeckt, bei den Mennoniten in der mexikanischen Provinz Chihuahua, in der seine Geschichte spielt. Es ist, als hätte jemand die Stecknadel im Heuhaufen der Welt gesucht und gefunden, den seltenen Splitter, in dem das menschliche Schicksal unverstellt zu uns spricht. Das Kino war immer der Ort, an dem solche Geschichten aufblühen, und doch staunt man, wenn es dann geschieht.» Andreas Kilb, FAZ