REX Box im Gespräch
60', D. Mit Andrea Isa.
«Existenzielle Schwellenräume sind Orte, die Übergänge markieren. Sie bestehen aus verdichteter Zeit. Von uns wird verlangt, anders zu agieren. Mutiger oder besonnener als normalerweise, manchmal geht es darum, einen Schritt zu tun oder zu lassen, von dem alles abhängt.
Dieser Zustand kann ein Moment unerträglicher Spannung sein. Die Realität kurz vorm Kipppunkt. Erfüllt sich das Versprechen, die Ankündigung oder die Drohung? Wir wissen es nicht und erfahren es nicht.
Eine zweite Art von Schwelle ist der Übergang von einer in die nächste Lebensphase. Die Identität wechselt den Aggregatzustand. Sie löst sich auf und formiert sich neu.
In diesem entscheidenden Moment, oft noch erschwert durch die Last der Konventionen und Bräuche, tritt eine existenzielle Einsamkeit zutage. Niemand kann das eigene Leben für einen leben.
Die Zwischenwelt, an der alle menschlichen Wesen teilhaben, ist die Traumsphäre – das Sehen mit geschlossenen Augen. Wir treten über die Schwelle vom Wachsein in ein Phantasma von grosser Freiheit, mitunter auch grosser Beklemmung.
Seit 1981 finden jährlich im November die Orange Days statt, eine weltweite Kampagne gegen Gewalt an Frauen. Frauen sind die Autorinnen aller drei Filme und in jedem der hier vorgestellten Werke klingt eine eigene Poesie des Widerstandes an.» Andrea Isa
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Rex 22