Zwei iranische DJs kämpfen in ihrer Heimat gegen Repression und Zensur und suchen ihr Glück in der Schweiz: Mit seiner spektakulären Story erregte Raving Iran an Festivals viel Aufsehen. Regisseurin Susanne Regina Meures hat den Dokfilm mit klandestinen Mitteln realisiert.
Arash und Anoosh arbeiten als DJs in Teherans wachsender Underground-Technoszene. Müde und desillusioniert vom ewigen Versteckspiel vor der Polizei und ihrer stagnieren den Karriere, organisieren sie unter gefährlichen Umständen einen letzten ekstatischen Rave in der Wüste. Zurück in Teheran versuchen sie vergeblich ihr illegales Musikalbum unter die Leute zu bringen. Als Anoosh an einer Party verhaftet wird, erlischt auch der letzte Funke Hoffnung auf eine Zukunft im Iran. Doch dann erreicht sie ein Anruf von der Streetparade in Zürich, der grössten Techno Party der Welt. Nach langem Bangen erhalten die beiden ein 5 Tage Visum. In der Schweiz angekommen, katapultieren sie Radio- und Zeitungsinterviews, Millionen von Ravern und DJ Kollegen in eine andere Sphäre. Die Euphorie verfliegt jedoch schnell, denn die näher rückende Abreise stellt sie vor eine grosse Entscheidung.
Die Regisseurin über die Dreharbeiten:
Dieser Film war wahrlich kein einfaches Unterfangen. Es versteht sich von selbst, dass wir keine offizielle Dreherlaubnis bekommen hätten. Wir haben auch keine Akkreditierung als Filmschaffende beantragt. Filmequipment in das Land zu bekommen ist dazu extrem schwierig. Meine Tonausrüstung wurde am Zoll konfisziert. Ich hatte sie per Kurier einführen wollen, zum Glück ohne Absender und anonym. Schließlich gelang es mir, neues Material vor Ort zu besorgen. Eine komplizierte und langwierige Angelegenheit. Die Dreharbeiten mussten gut vorbereitet und durchdacht sein. Gefilmt haben wir vor allem mit einer Fotokamera. Und an heiklen Orten mit einem speziell programmierten iPhone. Für die Fotokamera hatte ich verschiedene Speicherkarten. Die einen nutzte ich zum Filmen, auf den Anderen waren Touristenbilder. Nach jedem Dreh tauschte ich die Karten sofort aus und konnte so bei jedem Polizeistopp meine ‚Sightseeing’-Bilder vorzeigen. Für Aufnahmen in offiziellen Gebäuden oder Institutionen benutzte ich ausschließlich
ein iPhone. Ich habe es in einem Hemd versteckt, welches ich auf dem Bazar habe anfertigen lassen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dreh im Ministerium für Kultur und Islamische Führung. Dank der versteckten Kamera bekommen wir einen höchst authentischen Einblick in das Bewilligungsverfahren und in die Art, wie diese Ämter funktionieren.
Susanne Regina Meures