FLOWERS OF SHANGHAI
TW/JP 1998, 114', DCP, OV/d. Regie Hou Hsiao-hsien. Drehbuch Chu Tien-wen, nach einem Roman von Han Bangqing. Mit Tony Leung Chiu-wai, Carina Lau, Michele Reis.
Meister Wang (Tony Leung) besucht täglich eines der ‹Blumenhäuser›. Hier trifft sich die chinesische Elite zum Essen, Opiumrauchen und Mahjong-Spielen. An diesem Ort pflegen sie auch die Beziehung zu ihren Kurtisanen, die ‹Blumen von Shanghai› genannt werden. Für Aufsehen sorgt, dass der schweigsame Meister Wang seine Kurtisane Crimson zugunsten von Jasmin verlässt.
«In Hsiao-hsien Hous meisterhaftem Film bleiben wir die ganze Zeit im Innern der Bordelle, die nur spärlich mit Kerzen und Öllampen erleuchtet sind. In langen, fliessenden Plansequenzen beobachten wir in den opulenten Kulissen die immer gleichen Abläufe. Es gibt keine Andeutung von Sexualität oder Leidenschaft. Nur kleine Abwandlungen und Gesten sind bemerkbar. So erzeugt Hou einen einzigartigen Sog, dem man nicht entkommt. Je länger der Film dauert, umso mehr wird klar: Auch wenn die Männer in den Bordellen befehlen, ist diese Gegenwelt für sie kein Ausweg, sondern stellt vielmehr eine Sackgasse dar.» Kino Xenix
«Gedreht in einer Abfolge von Plansequenzen – dem Markenzeichen seines Regisseurs Hou Hsiao-hsien –, präsentiert sich Flowers of Shanghai als eine Reihe von nächtlichen Bildern von hypnotischer Schönheit. Alles hier trägt zur formalen Perfektion bei: von den prächtigen Kulissen bis hin zu den raffinierten Kostümen, die von grossartigen Schauspieler:innen getragen werden.» Cinémas du Grütli
«Hou Hsiao-hsien schildert eine streng reglementierte Gesellschaft in diesem geschlossenen Raum, in dem sich hinter den Fassaden das Drama der menschlichen Tragödie abspielt: Frauen als Objekte männlicher Begierde und finanzieller Machenschaften ihrer Matronen, gezwungen, unter allen Umständen Zurückhaltung zu wahren. Die Inszenierung spiegelt diese Dichotomie wider: Die Pracht der Einstellungen, ebenso wie die Schönheit der Kurtisanen, driftet niemals ins Prahlende oder Voyeuristische ab, sondern bleibt von makelloser Schlichtheit und Nüchternheit.» Cinémas du Grütli




