DER ERFINDER
CH 1980, 96', Digital HD, Dialekt/d. Regie Kurt Gloor. Drehbuch Kurt Gloor, nach dem Theaterstück von Hansjörg Schneider. Mit Bruno Ganz, Walo Lüönd, Verena Peter, Oliver Diggelmann.
Spezialvorstellung anlässlich der Buchvernissage von «Schau Spiel Bruno Ganz» von Walter Ruggle, einer Hommage an den Schweizer Schauspieler und eine Dokumentation seiner Kunst.
«Jakob Nüssli will es wissen. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs möchte der junge Familienvater – allem Zweifel und Missgunst im Dorf zum Trotz – statt mit monotoner Fabrikarbeit durch seine Erfindung reüssieren. Doch obwohl er mit Feuereifer sinniert, wie mit einer ‹künstlichen Strasse› jeder Karren aus dem Dreck zu ziehen ist, und das Rad schliesslich sprichwörtlich neu erfindet, gerät Jakob am Ende selbst unter die Räder. Hansjörg Schneiders Theaterstück aus dem Jahr 1972 arbeitet der Schweizer Regisseur Kurt Gloor acht Jahre später mit viel Fingerspitzengefühl zum tragisch-komischen Filmjuwel um.» Kino Cameo
«In diesem Film von Kurt Gloor scheint die Welt definitiv aus den Fugen geraten. Verrat, Intrige, Krieg und Schlamm, immer wieder Schlamm, den der Erfinder mit seiner Erfindung zu überwinden sucht, um sich aus der Perspektivlosigkeit seiner Existenz zu erheben: Der Erfinder von Kurt Gloor ist eine Wucht – und ein Schlag in die Bauchgegend. Der eigene Bruder verrät den Erfinder, und zwar auf die grausame Tour: sich hinter der Sorge um dessen Wohl versteckend. Und nicht nur das: Jakob Nüsslis Erfindung, unbeirrt und abgeschieden vorangetrieben, ist bereits erfunden.
Der Erfinder erzählt mit Schärfe eine grosse Geschichte kleiner Existenzen. Heute bietet der Film Gelegenheit, dem Werk von Kurt Gloor sowie dem jungen Bruno Ganz, selber Sohn eines Fabrikarbeiters, wieder zu begegnen – und ein Stück jüngere Schweizer Sozialgeschichte: die von Hunger und Aufbruch geprägten Jahre vor dem Generalstreik 1918.» Anita Hugi, filmo.ch
buchvernissage

Bruno Ganz (1941–2019) war einer der bedeutendsten Schauspieler Europas. Er bleibt ein Liebling des Publikums. Aus dem Arbeiterquartier Zürich-Seebach hat er es auf die wichtigsten Theaterbühnen geschafft, in legendären Inszenierungen von Klaus Michael Grüber bis Peter Stein mitgewirkt. Mit mehr als einhundert Filmenfiguren hat Ganz Filmgeschichte geschrieben, hat vom Engel bis zum Teufel alle erdenklichen Rollen verkörpert. Zusammen mit dem Schauspieler hat Walter Ruggle, der ehemalige Kulturredaktor beim Tages-Anzeiger und langjährige Leiter der Stiftung trigon-film, ein Buch angedacht und nun zum 85. Geburtstag von Bruno Ganz geschrieben. Es widmet sich dem Leben und Schaffen, indem es die Theaterzeit betrachtet und den Filmfiguren folgt, die Bruno Ganz verkörpert hat. Es bietet Einblicke in die Schauspielerei eines Ausnahmedarstellers und ins Filmemachen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Texte von und Interviews mit Wegbegleiter:innen vervollständigen das Bild: Schauspielkollegin, Regisseur, Maskenbildner, Kostüm- oder Kamerafrau. Illustriert wird das Buch mit Filmstills und zahlreichen Bildern der Berliner Theaterfotografin Ruth Walz, die auch die Lebensgefährtin von Bruno Ganz war. Das Nachwort schrieb Jens Harzer, den Bruno Ganz als Erben des Iffland-Rings bestimmt hat. «Schau Spiel Bruno Ganz» von Walter Ruggle ist eine Hommage an den Schweizer Schauspieler und eine Dokumentation seiner Kunst. Erhältlich im Buchhandel und an der Rex-Kinokasse.

